Anschlussfinanzierung
Restschuld nach der Zinsbindung berechnen
Die Restschuld zeigt, welcher Betrag nach Ende der vereinbarten Zinsbindung noch offen ist. Sie ist die Ausgangsbasis für jede Anschlussfinanzierung – und damit wichtiger als ein einzelner Blick auf die heutige Monatsrate.
Aktualisiert: 27. August 2026 · Lesezeit: etwa 6 Minuten
Kurz gesagt
Bei einem Annuitätendarlehen bleibt die Rate während der Zinsbindung meist gleich, ihr Anteil aus Zins und Tilgung verschiebt sich aber jeden Monat. Deshalb ist das Darlehen am Ende der Zinsbindung häufig noch nicht zurückgezahlt. Die dann offene Restschuld wird mit einer neuen Finanzierung oder aus eigenen Mitteln abgelöst.
Restschuld und Zinsbindung unterscheiden
Die Zinsbindung ist der Zeitraum, in dem der Sollzins vertraglich festgelegt ist. Die Restschuld ist dagegen der noch offene Darlehensbetrag zu einem Stichtag. Beides endet nicht automatisch gleichzeitig: Eine zehnjährige Zinsbindung bedeutet nicht, dass das Darlehen nach zehn Jahren abbezahlt ist.
Wie hoch die Restschuld ist, entscheidet mit darüber, wie empfindlich deine künftige Belastung auf einen anderen Anschlusszins reagiert. Plane deshalb nicht nur das Zinsbindungsende als Datum, sondern auch den offenen Betrag zu diesem Datum.
Diese vier Angaben bestimmen die Restschuld
Für eine belastbare Planungsrechnung brauchst du pro Darlehen mindestens diese Informationen:
- ursprünglicher Darlehensbetrag und Zeitpunkt der vollständigen Auszahlung
- Sollzins und monatliche Rate beziehungsweise anfängliche Tilgung
- Dauer der Sollzinsbindung
- tatsächlich geleistete Sondertilgungen und Tilgungssatzänderungen
Entscheidend sind die Werte aus deinem Vertrag und dem Tilgungsplan – nicht nur die anfänglich beworbene Rate. Falls ein Darlehen nicht vollständig ausgezahlt wurde oder eine tilgungsfreie Phase enthält, muss das in der Rechnung ebenfalls abgebildet werden.
Rechenbeispiel: Was bleibt nach zehn Jahren offen?
Angenommen werden 300.000 Euro Darlehen, 3,5 Prozent Sollzins, 2 Prozent anfängliche Tilgung und eine zehnjährige Zinsbindung. Daraus ergibt sich zu Beginn eine Monatsrate von 1.375 Euro. Ohne Sondertilgungen liegt die rechnerische Restschuld nach zehn Jahren bei rund 229.000 Euro.
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Darlehensbetrag | 300.000 Euro |
| Sollzins / anfängliche Tilgung | 3,5 % / 2,0 % pro Jahr |
| Anfangsrate | 1.375 Euro pro Monat |
| Restschuld nach 10 Jahren | rund 229.000 Euro |
Das Beispiel dient nur zum Verständnis. Schon ein anderer Startzeitpunkt, eine abweichende Ratenlogik oder Sondertilgungen verändern das Ergebnis. Für deine Entscheidung zählt daher immer dein eigener Tilgungsplan.
Was Sondertilgungen und mehrere Darlehen verändern
Jede wirksam geleistete Sondertilgung senkt die spätere Restschuld. Ob und in welcher Höhe sie möglich ist, steht jedoch im Vertrag. Plane sie nur ein, wenn sie realistisch verfügbar und vertraglich vereinbart ist.
Bei mehreren Darlehensbausteinen brauchst du die Restschuld je Baustein und zusätzlich die Summe aller offenen Beträge. Unterschiedliche Zinsbindungen können dazu führen, dass nicht die gesamte Finanzierung, sondern nur ein Teil neu finanziert werden muss.
Mehrere Darlehen gemeinsam planenAnschlussfinanzierung rechtzeitig vorbereiten
Restschuld und Zinsbindungsende aus dem Tilgungsplan notieren.
Gesamtrate heute und gewünschte Rate nach dem Phasenwechsel festlegen.
Anschlusszins in mindestens einem vorsichtigen Szenario annehmen.
Laufzeit, Tilgung und Liquiditätsreserve zusammen betrachten.
Bei mehreren Bausteinen alle Enddaten in einer Zeitachse erfassen.
Vertrags- und Objektunterlagen für Bankgespräche vollständig halten.
Eigene Finanzierung
Prüfe Restschuld und Anschlussphase mit deinen Zahlen.
Lege Darlehen und Anschlussfinanzierung als aufeinanderfolgende Phasen an und vergleiche deine Annahmen direkt im Browser.
Häufige Fragen
Wo finde ich die Restschuld meines Darlehens?
Im Tilgungsplan, in der jährlichen Darlehensübersicht oder auf Nachfrage bei deinem Kreditinstitut. Für einen zukünftigen Stichtag brauchst du einen Tilgungsplan, der genau diesen Zeitpunkt abbildet.
Kann ich die Restschuld mit derselben Rate weiterzahlen?
Das hängt von Anschlusszins, Restschuld und gewünschter Tilgung ab. Ein höherer Zins kann bei gleicher Rate zu einer niedrigeren Tilgung führen. Rechne die Anschlussphase daher als eigenes Szenario.
Ist eine niedrige Restschuld immer besser?
Sie reduziert die zu finanzierende Summe, sollte aber nicht durch eine Rate erkauft werden, die deine Liquiditätsreserve aufzehrt. Tragfähigkeit und Reserven gehören zur Gesamtentscheidung dazu.
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Redaktion, Prüfung und Quellen
Verantwortlich: Daniel Eberwein, Krediplan Redaktion. Redaktionell geprüft und zuletzt aktualisiert am 27. August 2026.
Verwendete Quellen
- Bundesministerium der Justiz: § 489 BGB (abgerufen am 27. August 2026)
- KfW: Download-Center Inlandsförderung (abgerufen am 27. August 2026)
Vertragsbedingungen, Fördervoraussetzungen und persönliche Belastbarkeit können abweichen. Krediplan ist eine Planungsrechnung und keine individuelle Finanzierungsberatung.